Willy Schneider war ein Freund der Redaktion und ein stets gern gesehener Gast. Nicht nur bei zahlreichen Konzerten im ganzen Lande, sondern auch bei Feten oder so. Auch so mal eben “Guten Tag”- sagend im Vorübergehen. ( Ich han üch e Stöcksche Kooche metjebraat !”

Wie oft hat meine Mitarbeiterin Hannelore Cornely, von Willy als “mein Mädchen” tituliert, Willys eisige, zitternde Hand vor Auftritten, hinter der Bühne gehalten.

Wie oft sassen wir nach den Konzerten in fröhlicher Runde.

“Der Sänger vom Rhein”, auf das sich zwar “Wein” reimt, trank mit Wonne Bier und Maltheser.

So auch bei den vielen Gastkonzerten im schönen Bad Salzuflen, wo Willy besonders viele Fans (und Faninnen) hatte.

Wir wohnten alle zusammen im idyllischen Hotel “Waldesrand”. Beim gemeinsamen Frühstück auf der Terasse mit Kapellmeister Geese, Sopranistin Josephine Engelskamp und Kollegen Peter Minich vor dem Morgendienst mit der Nordwestdeutschen Philharmonie, schwang sich ein Pirolpärchen von Ast zu Ast. Die beiden hatten wohl im Tannenwald ihren Wohnsitz.

Ja, wat es dat für ene Vogel? Man rätselte hin und rätselte her im Wonnemonat Mai, bis Willy die Lösung hatte:

“Dat sind zwei Maischollen, fliegende Maischollen”

Wenn wir heute im geliebten “Waldesrand” wohnen, morgens auf der Terasse sitzen und die Pirole beobachten (es werden schon die Kindeskinder sein), lautet der Kommentar: “Aha, die Maischollen sind wieder da” und wenn Gäste am Nachbartisch ungläubig gucken, dann fügen wir hinzu: “Dat hät schon Schneiders Willy jesaat und dä muss et jo wesse”

Dirk Schortemeier                                                                                                                                                                                  Redakteur und Produzent beim WDR-Köln