Willy Schneider lernte ich Ende der Sechziger Jahre kennen. Wir beide gehörten zu den Mitwirkenden einer öffentlichen Veranstaltung des Westdeutschen Rundfunks.

Es klingt für mich noch immer unglaublich, dass Willy Schneider in mir schon damals seinen legitimen Nachfolger sah. Das sagte er mir einmal und darauf war ich völlig unvorbereitet.

Willy Schneider, was für ein Name. Wie schön seine vielen Lieder, die uns mit seiner Stimme dank der Technik erhalten geblieben sind. Der Rundfunk steckte noch in den Kinderschuhen, als man seiner Stimme bereits über Kopfhörer lauschen konnte.

Vieles über Willy Schneider erfuhr ich bereits in meiner Familie. Für mich wurde dieser grossartige Sänger schnell zur Galionsfigur des volkstümlichen Gesangs.

Lange lauschte ich dieser Stimme, Weit war ich zu diesem Zeitpunkt davon entfernt, selbst einmal Sänger zu werden. An seine Popularität auf mich übertragen, hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht gedacht.

Der ersten Begegnung mit Willy Schneider folgten im Laufe der Jahre viele weitere. Mal war es eine gemeinsame Radiosendung, später auch viele TV-Sendungen. Beim Prominentenfußball erlebte ich ihn noch als Torwart und später auch als Schiedsrichter.

Als auf dem Rhein ein Schiff auf “Willy Schneider” getauft wurde, folgte ich seiner Einladung sehr gerne. An jede Begegnung erinnere ich mich gut. Es war egal ob wir über einen guten Wein oder eine neue Schallplatte oder über Karl MA sprachen - jedes Zusammentreffen mit ihm wurde zu einem Erlebnis besonderer Art.

Als mich dann die Nachricht von seinem Tode bei einer TV-Produktion im Bergischen Land erreichte, hatte der Rest des Tages nur noch etwas Bedrückendes. Sehr froh war ich damals, dass mein Terminkalender mir die Möglichkeit gab, an der Beisetzung teilnehmen und so Abschied von Willy Schneider nehmen zu können.

Wenn viele Jahre nach seinem Tode seine Lieder noch immer im Rundfunk präsent sind, dann wollen wir uns an seinem im nächsten Jahr anstehenden 100. Geburtstag gern an ihn erinnern.

Viele Menschen hätten bestimmt den Wunsch, ihrem Willy Schneider zum 100. Geburtstag die Hand zu drücken - ich jedenfalls würde es sehr gerne tun.

Heino