Portrait OW

Am 5. September des Jahres 2005, hätte einer der bekanntesten und sympathischsten Sänger Kölns, seinen 100. Geburtstag feiern können.

Wir möchten mit dieser Seite an  Willy Schneider erinnern und seinen auch heute noch sehr zahlreichen, begeisterten Anhängern  und Verehrern  die Möglichkeit geben, sein Leben  näher  kennen zu lernen, mehr über sein Schaffen zu erfahren und auch selbst einige Zeilen dazu beizutragen, die  Erinnerung  an  diesen wunderbaren Menschen nicht einschlafen zu lassen.

Willy Schneider  wurde am Dienstag den  5. September 1905 in Köln-Ehrenfeld geboren. Es war ein kühler, etwas verregneter Tag und auch die Aussichten auf die kommenden Tage waren nicht gerade rosig.

Aber da  Mutter  Berta und  Vater Joseph  sowie der  ältere Bruder Josef  voller Sehnsucht auf ihn warteten, entschied sich Willy dann doch, das Licht der Welt zu erblicken.

Und sogar  der Wein versprach, in  diesem  Jahr, zu Ehren des kleinen Willy,  ein guter Jahrgang zu werden. Auch die Schwalben  fingen  schon einmal an, ein  Nesterl unterm Dach zu bauen.

Das Leben der beiden Brüder Josef und Willy Schneider, war nicht gerade ein Zuckerschlecken. Schon sehr früh mussten beide in der elterlichen Metzgerei mithelfen und das väterliche Handwerk des Metzgers erlernen.

Während Bruder Josef nach Abschluss der Lehre an der Musikhochschule das Fach des Opernsängers studierte und später in Breslau ein Engagement an der dortigen Oper erhielt, musste Willy noch weiter beim Vater in der Metzgerei helfen und wie sein Bruder, erst einmal seine Lehre beenden.

Trotz einer mit “Sehr gut” bestandenen Gesellenprüfung zum Metzger, zog es Willy aber immer noch zum Ingenieur und Maschinenbauer. Daher war wohl auch das Gesellenstück, die Zerlegung eines Schweines und seine Prüfungsarbeit, die Erstellung eines Beethovenkopfes aus Schweineschmalz, genau das Richtige für ihn. Wenn das kein Bezug zur Musik war.

In seiner freien Zeit allerdings, ging Willy Schneider seinen zahlreichen Hobbys nach. Mit seinen Freunden ging es im “Paddelboot” quer durch Deutschland.

Doch neben dem mit Begeisterung betriebenen Schwimmsport, wurde immer wieder der Hang zum Fussball deutlich und bereits mit 15 Jahren hütete Willy das Tor beim Fussballverein “Rhenania” in Köln-Ehrenfeld.

In seinem ganzen Leben ist Willy Schneider dem Fussball sehr herzlich verbunden geblieben. Später gründete er mit einigen bekannten Künstlern die auch heute noch bestehende WDR-Prominenten-Mannschaft.

Schon sehr früh bemerkte der junge Willy, dass seine Interessen auf musikalischer Ebene nicht  nur der leichteren Muse entsprachen, sondern seine Vorbilder wie Maria Cebotari, Peter Anders und Heinrich Schlusnus sowie die Komponisten Löwe, Schubert und Chopin, seinen Weg mit bestimmen würden.

Eines Tages musste Willy die Hilfe eines Zahnarztes in Anspruch nehmen. Während der Behandlung kam man dann auf den Gesang zu sprechen und Willy gab dem Zahnarzt eine Probe seines Könnens.

Dieser Zahnarzt nun, war gewissermassen die “Initialzündung” zur beruflichen Laufbahn Willy Schneiders.

Er überredete Willy, mit ihm zu Professor Fleischmann zu gehen und diesem vorzusingen. Professor Fleischmann erklärte sich auch sofort bereit Willy Schneider zu unterrichten und seine Stimme auszubilden.

Willy Schneider blieb einige Jahre bei Professor Fleischmann und wechselte später zu Professor Glettenberg, bei dem er bis zu dessen Tod im Jahr 1969, blieb.

Es folgten für Willy Schneider zahlreiche kleinere und grössere Auftritte bei Veranstaltungen und Feiern aller Art.

1929 bewarb er sich beim Kölner Sender WDR als Bassist im Rundfunkchor.  1931 bekam er seine erste Solopartie als “Negerbootführer” in dem Hörspiel “Ein Mann erklärt einer Fliege den Krieg”.

Es wurde ein grosser Erfolg und Willy Schneider wurde zum festen Bestandteil der beliebten Rundfunksendung “Froher Samstagnachmittag”.

Von nun an ging es steil nach oben. Bereits 1935 erhielt Willy Schneider seinen ersten Schallplattenvertrag und ging 1936 auf seine ersten Auslandstourneen in Belgien, Rumänien und in die Schweiz.

Nach dem Krieg ist Willy Schneider 1945 der erste deutsche Sänger, der in den Niederlanden als Sympathieträger für Deutschland auftritt und grosse Erfolge feiern kann.

1947 heiratet Willy Schneider seine Frau Hanny mit der er sein ganzes Leben, ohne  die heute  üblichen  Kapriolen verbrachte.  Beide lebten erst in Köln- Weidenpesch in der Mollwitzstrasse und zogen 1956 in ein wunderschönes Haus in Köln-Junkersdorf.

1960 erhielt er als erster Sänger Deutschlands für 6 Millionen verkaufter Lieder vom Rhein, eine Goldene  Schallplatte.   Dieser  ersten  Goldenen  Schallplatte  folgten später noch einige. 1975 erhielt er sogar eine “Goldene” mit 5 Brillianten.

Um hier alle Ehrungen, Preise und Auszeichnungen aufzuzählen, würde sicher weder die Zeit noch der Platz reichen. Aber einige sollen doch erwähnt werden. So erhielt Willy Schneider zahlreiche Wein- und Kulturpreise, mehrere Medaillen von Ostermann, Robert Stolz und Hermann Löns, die Robert Stolz-Büste und weitere Ehrungen im In und Ausland.

Er erhielt die Ehrenbürgerschaft von Köln-Junkersdorf und von Diepenbeck in Belgien.

Der Bürgermeister von New York überreichte ihm den Goldenen Schlüssel der Stadt und ernannte ihn zum Ehrenchef der New Yorker Feuerwehr.

Er trug sich ins Goldene Buch der Stadt Köln ein, war Ehrensenator zahlreicher Kölner Vereine und Karnevalsgesellschaften.

Ganz besonders aber freute er sich über eine Privat-Audienz bei Papst Johannes Paul II und über die Verleihung des Bundesverdienskreuzes Erster Klasse.

Auch ein Motorschiff welches den Namen “Willy Schneider” trägt, fährt von Rüdesheim aus auf dem Rhein.

Aber gehen wir noch einmal zurück in die 60er Jahre.

1961 kommt Willy Schneider dem bereits oft an ihn herangetragenen Wunsch nach und begibt sich auf eine Tournee durch die Vereinigten Staaten von Amerika.

Seine Konzerte dort sind zur Legende geworden und selbst die schon damals bekannten Pop-Gruppen kamen an den grossen Erfolg von Willy Schneider nicht heran. Auch seine Konzerte im Madison Square Garden in New York schlugen hohe Wellen der Begeisterung.

Die Tournee wurde dann wegen des grossen Erfolges 1964 nochmals wiederholt.

Sein Begleiter auf diesen Tourneen war stets sein bester Freund und Weggefährte Dr. Gerhard Jussenhoven.

Willy Schneider hat auf einer der Tourneen ein Tagebuch geschrieben welches wir unter “Bilder und Geschichten” hier auf dieser HomePage veröffentlicht haben.